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World of Warcraft: Blizzard über Zukunft, Spielerwandel und schnelleres Content-Tempo
Executive Producer Holly Longdale und Senior Game Director Ion Hazzikostas waren zu Gast bei The Game Business Show und sprachen dort über die alternde World-of-Warcraft-Spielerschaft, die Zusammenarbeit mit Microsoft sowie die Zukunft der Warcraft-Marke.
Das Interview ist sehr ausführlich und lohnt sich insgesamt – hier sind die wichtigsten Aussagen im Überblick.
Wie sich WoW verändert hat und wohin die Reise geht
- Holly ist überzeugt, dass Warcraft als Marke enormes Potenzial besitzt, das bislang nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Ziel sei es, Warcraft deutlich breiter aufzustellen und weit über ein klassisches MMO hinauszudenken. Ion ergänzt, dass die besten Jahre von Blizzard noch bevorstehen.
- Chris Metzen habe rückblickend manchmal gezweifelt, ob der Name „Warcraft“ nicht abschreckend wirke. Holly widerspricht dem jedoch und verweist darauf, dass bei Marken wie Warhammer kaum jemand ähnlich empfinde.
- Da viele Spieler heute weniger feste Spielzeiten haben, setzt Blizzard verstärkt auf Inhalte wie Housing, die ohne Zeitdruck funktionieren. Diese Systeme sollen sowohl Solo-Spieler als auch Gruppen ansprechen – egal ob mit Freunden, Partnern oder sogar der Familie.
- Entscheidend sei eine große inhaltliche Vielfalt: World of Warcraft soll eine Art „dritter Raum“ sein, in dem jeder etwas findet. Nicht durch das Ersetzen bestehender Inhalte, sondern durch zusätzliche Angebote – von kurzen, schnellen Spielsessions bis hin zu Aktivitäten, die ganze Wochenenden füllen können.
- Diese Philosophie ist nicht völlig neu. Schon seit dem Start von WoW existiert eine lebendige Rollenspiel-Community, obwohl das Spiel lange nur wenige Werkzeuge dafür bot. Mit Housing entsteht nun eine ganz neue Community rund ums Bauen und Gestalten – ein Paradebeispiel für die Stärke von MMOs.
- Viele Spieler erleben neue Erweiterungen intensiv und wechseln anschließend in einen entspannteren Spielstil. Das Live-Team versucht, diese Zielgruppe mit häufigeren Updates besser einzubinden. Während WoW vor 20 Jahren noch als Spiel für extrem zeitintensive Spieler galt, bietet es heute deutlich mehr Flexibilität – ohne dabei an Tiefe zu verlieren.
Schneller mehr Inhalte liefern
- Auch organisatorisch hat sich bei Blizzard viel getan. Das Entwicklerteam wurde in spezialisierte Einheiten aufgeteilt, die parallel arbeiten können: eigene Teams für einzelne Erweiterungen, eines für Live-Inhalte und ein weiteres speziell für Housing.
- Sowohl The Last Titan als auch die darauffolgende Erweiterung befinden sich bereits in aktiver Entwicklung. Möglich wurde das durch gezielte Investitionen in Führungsebenen, um kreative Prozesse zu beschleunigen und Engpässe bei Entscheidungen zu vermeiden.
- Vor zehn Jahren galten mehr als sechs Monate Leerlauf zwischen Erweiterungen noch als normal. Daran arbeitet Blizzard schon lange. Midnight erscheint nur 18 Monate nach The War Within und markiert damit die bislang kürzeste Pause zwischen zwei Addons – bei gleichzeitig regelmäßigen Acht-Wochen-Updates. Laut Blizzard ohne Qualitätseinbußen oder Abstriche.
- Wichtig: Dieses Tempo soll nicht zulasten der Entwickler gehen. Midnight entsteht ohne Crunch, ohne Wochenendarbeit oder Überstunden-Zwang. Blizzard sieht die Entwicklung von WoW als Langstreckenlauf – nicht als Sprint.
- Ein unerwarteter Vorteil der Microsoft-Übernahme war der Austausch mit anderen Entwicklerteams, etwa von The Elder Scrolls oder Minecraft. Abgesehen davon beschreibt Holly Microsoft als zurückhaltend und unterstützend – der Alltag des WoW-Teams habe sich kaum verändert.
Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen
- Ein Beispiel für diesen Ansatz ist die Aufspaltung von WoW Classic in mehrere Varianten. Anfangs galt strikt das Motto „No Changes“, inklusive der bewussten Reproduktion alter Bugs. Schnell wurde jedoch klar, dass gezielte Anpassungen sinnvoll sein können.
- So entstanden Experimente mit kleinen Updates, Hardcore-Servern und sogar komplett neuen Inhalten. Classic-Spieler unterscheiden sich oft stark von Retail-Spielern – in Spielweise, Erwartungen und Motivation. Diese Erkenntnisse haben nachhaltig beeinflusst, wie das WoW-Team heute Inhalte denkt und entwickelt.
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